Themenwelt: Aktuelles

Hat der Steuerpflichtige die Veräußerung seines Grundstücks „eingefädelt“, liegt grundsätzlich kein Gestaltungsmissbrauch vor, wenn er das Grundstück zuvor unentgeltlich auf seine Kinder überträgt, die es dann im Anschluss verkaufen. Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs ist der Veräußerungsgewinn in diesen Fällen bei den Kindern nach deren steuerlichen (oftmals günstigeren) Verhältnissen zu erfassen.

Die neue Option zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften

Am 25. Juni 2021 trat das Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts in Kraft. Dieses ermöglicht es nun Personengesellschaften wie oHG, KG und PartG eine Besteuerung als Kapitalgesellschaft zu erwirken. Mit Beantragung der Option gilt das Unternehmen weiterhin handels- und gesellschaftsrechtlich als Personengesellschaft. Lediglich steuerrechtlich entfaltet die Option ihre Wirkung und es wird eine fiktive Kapitalgesellschaft gegründet.

Bewirtungskosten aus geschäftlichem Anlass sind nur dann als Betriebsausgaben
abzugsfähig, wenn Nachweise erbracht und (weitere) formale Voraussetzungen erfüllt werden. Die steuerlichen Spielregeln hat das Bundesfinanzministerium nun mit Schreiben vom
30.6.2021 angepasst.

Eine Nachzahlung an das Finanzamt ist immer eine ungeliebte Nachricht, egal ob es sich dabei um die private Einkommensteuer oder um betriebliche Abgaben wie Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Co. handelt. Zusätzlich zum festgesetzten Betrag kann eine Verzinsung von Seiten der Finanzbehörde gefordert werden. Dies geschieht, wenn zwischen der Entstehung der Steuerschuld und der Festsetzung mehr als 15 Monate vergangen sind. Mit dem Zinsaufschlag soll eine Gleichbehandlung der Steuerzahler sichergestellt werden. Wer seinen Bescheid erst später erhält kann sein Geld schließlich bis dahin noch gewinnbringend einsetzen. Gleiches gilt im Falle einer Erstattung. Dann wird der Betrag inklusive Verzinsung an den Steuerpflichtigen zurückgezahlt. Bisher wurden ab dem 16. Monat 0,5 % Zinsen berechnet, das macht 6% jährlich.

Das Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts ist nach der Zustimmung des Bundesrates vom 25.6.2021 in „trockenen Tüchern“. Dahinter verbirgt sich ein gewaltiger Paradigmenwechsel: Die Einführung einer Option zur Körperschaftsteuer für Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften.