Umsatz und Liquidität hat man als Unternehmer meist im Blick. Darüber hinaus die Arbeit des eigenen Unternehmens messbar zu machen, ist ein spannender Ansatz, der sich nicht nur im Rahmen einer möglichen betrieblichen Neuausrichtung lohnt. Um jedoch regelmäßig einen Überblick über das eigene Unternehmen zu gewinnen und einen entsprechenden Report zu erstellen, braucht es Zeit, die dann vielleicht an anderer Stelle fehlt. Also muss eine standardisierte Lösung her, die einfach umzusetzen ist und das gesamte Team einbezieht. Balanced Scorecard (kurz BSC) lautet die Antwort, die wir in unserer Steuerkanzlei seit längerer Zeit in der Praxis erproben – mit Erfolg und Begeisterung.

BSC ist ein Konzept zur Erfolgsmessung der strategischen Zielgrößen eines Unternehmens. Dieses Instrument misst standardmäßig die vier Dimensionen Kunden, Mitarbeiter, Prozesse und Finanzen. Grundidee dabei ist, das klassische monatliche Kennzahlensystem um andere Strategiebestandteile und sogenannte „weiche Faktoren“ zu erweitern. So lassen sich damit beispielsweise auch die Ideenkultur eines Unternehmens oder Wissensergebnisse mit Blick auf die interne oder externe Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter bewerten.

Das BSC-Konzept ist durch regelmäßige Fortschrittskontrollen eine gute Strategieumsetzungshilfe. Dabei legen Sie die für Ihr Unternehmen wichtigsten Kontrollkriterien selbst fest und entwickeln eine Matrix Ihrer relevanten Informationspunkte. Besonders viel Wirkung erzielt die BSC, wenn Sie Ihre Mitarbeiter bereits in die Entwicklung und Festlegung dieses individuellen Systems einbeziehen und die Ergebnisse im Unternehmen zudem regelmäßig kommunizieren.

Neben klassischen Trackingzahlen wie dem erwirtschafteten Umsatz gibt es zahlreiche andere Indikatoren rund um Kunden, Finanzen, Mitarbeiter und Prozesse, deren regelmäßige transparente Auswertung sich lohnt, vor allem im Zusammenspiel mit Ihrem Team. Das Modell der Balanced Scorecard vereint ausgewählte Aspekte aus allen Unternehmensbereichen und ist daher eine ideale Basis für zukünftige Entscheidungen jedweder Art.

Machen Sie sich also die Mühe und legen Sie die zu messenden Punkte im Miteinander fest. Für die Akzeptanz bei allen Mitarbeitern ist es wichtig, die Bestandteile und Bewertungsgrundlagen klar zu kommunizieren und die Ergebnisse regelmäßig zu zeigen. Vor allem aber müssen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, wie sie selbst mit ihrem Handeln das Ergebnis beeinflussen können. Werten Sie zum Beispiel die Kundenzufriedenheit aus, so wird jeder einzelne Kundenkontakt zum Baustein für das Gesamtergebnis. Werden Ideen und Verbesserungsvorschläge eingereicht, optimiert das Prozessabläufe und minimiert beispielsweise die Fehlerquote. Fördern Sie die Beteiligung und machen Sie Ihre Mitarbeiter zum hauseigenen Innovationsteam!

Im Folgenden möchte ich Ihnen kurz das in unserer Kanzlei entwickelte MALICK®-BSC-System vorstellen: Das MALICK-System misst Mitarbeiterstimmung, Krankenstand, Umsatz und Liquidität, Wissenszuwachs, Kundenorientierung und Servicequalität, Ideenkultur sowie wichtige unternehmensspezifische Kennzahlen wie zum Beispiel die Zielerreichung im Bereich der Jahresabschlüsse oder die Entwicklung digitaler Prozesse und die indexierte Entwicklung des Kundenbestands. Damit bietet MALICK ein gutes Monatsreporting zu den wesentlichen Bereichen der Kanzlei. Die Bewertung nach Schulnoten und klare Zielvorgaben machen diese BSC zu einem transparenten Informationsinstrument für mich als Kanzleiinhaberin und ebenso meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie möchten mehr darüber erfahren? Sprechen Sie uns einfach an, wir geben unsere Ideen und Erfahrungen gern weiter.

Quelle: Ines Scholz: Das müssen Chefs über Controlling wissen. 163 Finanztipps von Arbeitsrecht über Steuern bis hin zum Umgang mit dem Finanzamt